Vorwort:
Nach einem langem Tag (24 Stunden wach) sind wir gestern dann mit einem dickem Packen an verschiedensten eindrücken zu Hause angekommen.
Japaner schnäuzen sich nicht, das wäre unhöflich. Sie ziehen die Nase hoch, was in Bussen in der Regel in einem Konzert der Nase-Rotz-Hochzieh-Konzerten endet. Eines der wenigen Dinge, die ich nicht vermissen werde.
Vermissen werde ich die Getränkeautomatendichte, alle paar Meter gibt es mindestens einen Automaten, mit Glück sogar einen mit warmen Getränken. Hat man Hunger, die Combinidichte (in den Städten) ist auch sehr hoch. (Supermärkte, die Montag bis Sonntag 24 Stunden offen sind).
Genauso wird mir der Nahverkehr, in dem es echt gesittet und pünkltoich abgeht, fehlen. Hier wird nur ganz selten geschupst oder gedrängelt, in der Regel wird sich brav in einer Reihe angestellt, zuerst die aussteigenden rausgelassen usw.
Ansonsten spricht grundsäztlich fast alles mit einem. Die Rolltreppe, die einem nahelegt, sich links zu halten, die Bushaltestelle, die Informationen preisgibt, die Aufzüge informieren einen auch ausführlich über das Stockwerk. Ist das mal nicht so, gibt es genügend Japaner, die aihre Waren anpreisen, egal ob man sie versteht oder ob überhaupt jemand in der Nähe steht und zuhört. Aber sie sind immer freundlich und zuvorkommend. (Auch wenn man sie offensichtlich nicht versteht, wird ganz genau erklärt, wieviel man bezahlen muss und was man rausbekommt.)
Mit dem Wetter hatten wir auch nur einmal Pech, ansonsten war es immer sonnig und warm. Ich bekam sogar einen leichten Sonnenbrand (meistens um die 25 Grad.)
Anreisetag, Tag 1:
Zuerst ging es mit einem Kurzstreckenfleiger von München nach Frankfurt. Danach gings weiter mit dem Lufthansa Airbus A380, dem größten Passagierflugzeug. Auf den Bildschirmen konnte man sogar drei Außenkameras anwählen. Im Flugzeug habe ich mich recht nett mit einer Japanerin unterhalten. So konnte ich gleich feststellen, dass meine japanischen Zeichen, die ich bisher gelernt habe, lesbar waren.
Ansonsten war die Reise ein bischen anstrengend, weil sie nicht gerade kurz war. (Wobei der Hinflug etwas kürzer als der zurück war.) Einen kleinen Lacher gabs schon, unsere liebe Schwiegermutter hatte uns das lokale Telefonbuch mit eingepackt. Was ich genau damit sollte, hatte sich mir nicht erschlossen.
Vom Flughafen in Narita, der etwa 65km ausserhalb von Tokio liegt gings mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Tokio, in den bereich Asakusa, der direkt bei einem Tempel (mit einem kleinen Shintoschrein daneben) liegt. Die Züge sind unglaublich sauber und man hat viel Beinfreiheit. Mit dem Taxi gings eine kurze Strecke ins hotel, dem "Blue Wave Inn". Da wir noch etwas Zeit hatten, bis wir einchecken konnten, haben wir gleich den Tempel und die kleine, aber lange Einkaufsstrasse dort angesehen.
Tempel: Sensojitempel mit dem danzugehörigem Kaminaritor. Wir haben dan später nach dem Einchecken noch ein nettes Restaurant gefunden und dort lecker gegessen (außerdem hatten die auch eine englische Karte). Dann haben wir uns noch Abends noch mit Snacks im 7eleven versorgt. Das eine war z.B. ein ungetostetes Toast mit einer Art Pfirsichjogortfüllung.
Die Miniomas aus den Animes sind auch keine Erfindung, es gibt hier wirklich so winzige Omis, wir haben sie vor allem in den kleinen Märkten als Verkäuferinnen gesehen. Wir hatten auch grundsätzlich wenig Probleme beim Einkaufen, die Preise waren immer ausgezeichnet, und in den Restaurants bekam man den Kassenzettel auf den Tisch und hat dann an der Kasse selbst bezahlt. In Japan bekommen übrigens nur die Busfahrer Trinkgeld, sonst wird nirgends welches gegeben. So ging ein für uns langer Tag zu Ende
Tag 2:
Nach dem Frühstück ging es mit dem Bus durch die Stadt (Rundfahrt). Im Anschluss sind wir zum Ropongi Hills Tower gefahren. (Die Aussichtsplattform ist etwa 270m über dem Meeresspiegel, der Turm ist also etwa 238m hoch). Die Aussicht war genial, aber leider zu dunstig. Der Fuji lag also trotz Sonnenschein in den Wolken. Danach sind wir zum Mejischrein gefahren. Ich muss sagen, dass mir der Shintoismus mit seiner Art und vor allem mit seinem Bezug zur Natur sehr gefällt. Ich habe mir sogar ein paar talismane mitgenommmen, ich finde, die bieten sich als Mitbringsel recht gut an. Nach der Besichtigung sind wir mit dem Boot auf dem Sumida zurück nach Asakusa. Dort haben wir uns dem Tempel nun genauer angesehen, vor allem das Donnertor ist schick. Aber wie die meisten Tempel ist er nicht mehr original, da diese öfter zerstört wurden. Sie bestehen heute zu großen Teilen aus Stahlbeton. Im Anschluss gings zum Bummeln in die Ginza. Aber wer dort einkauft, braucht schon einen dicken Geldbeutel. Aber wir haben auch die Sapporo Bierhalle entdeckt. Dort gab es sogar europäisches essen. Drin waren wir nicht. Verwundert waren wir über den H+M. Aber was Marken angeht, so war jede angesehene Marke vertreten. Dann sind wir mit der Ubahn, die moderate bis günstige Fahrpreise hatte, zurückgefahren. (Ginza - Asakusa für 180 Yen).
Tag 3:
Heute waren wir auf eigener Faust unterwegs. Leider hats den ganzen Tag geregnet. (Nachmittags sogar besonders stark.) Zuerst sind wir durch die Einkaufsstrasse (da wars noch recht still, da die meisten Läden geschlossen waren) zur Ubahnstation. In Japan macht das meiste, dass nicht gerade mit Essen zu tun hat, relativ spät, so ab 10 bis 11 auf. Dann gings nach Akibahara. Dort haben wir zuerst (da die Läden noch zu waren) ein bischen durch die Gegend gelaufen. Im Animecenter waren wir nur kurz, dafür gabs dort WCs Deluxe. (Beheizte Brille, Spüleinstellungen, Geräuschstaste). Mir sind die Dinger allerdings eher suspect, vor allem die Waschfunktion :P.
Danach sind wir durch eine Segaspielhalle marschiert. Viele Greifarmspiele, bei denen man alles mögliche gewinnen konnte. Aber auch diese Mechaboxen waren vorhanden. Man hatte drinnen seine Hebel für Laufen etc, 3 Bildschirme, ganz so, als würde man drin sitzen. Mir wäre es zu teuer gewesen, ich meine da kostete eine Runde 500 Yen.
Die Manga/Animeläden waren extrem vollgestopft, beim Umdrehen musste man Angst haben, etwas umzuwerfen. Aber ich habe auch eine Perle unter den Läden gefunden. Super Nintendospiele, richtige Perlen, vor allem unter den RPGs, die hatten alle Nahmhafte Titel für recht günstig. Ich habe mir eins geholt, den ersten Teil von Lufia, den ich immer haben wollte, aber nie auftreiben konnte. Einfach der Sammlung wegen und für etwa 12 Euro war auch der Preis okay. Wer weiß, was man hier dafür blechen dürfte :D
Wir waren auch in einem 8 Stöckigem Laden, der mit Figuren zu Anime und sogar zu Filmen ala Star Wars und Trading Cards vollgestopft war. Leider durfte man keine Fotos machen, das war echt eine Schau. In den DVD/CD Läden waren wir nur kurz. Innerhalb des Ladens dröhnte alle 100cm andere Musik aus Playern oder Fernsehgeräten. Die Verkäufer haben sicher alle Hörschaden von dem Krach.
Eigentlich hatten wir noch überlegt, nach Shibuya zu fahren, aber da es so geregnet hatte, sind wir zurück nach Asakusa. Auf der Fahrt hatte die Ubahn zwei Mal Erdbebengedingt gehalten, allerdings haben wir von dem Beben nicht wirklich was mitbekommen. Laut Zeitung war der Ursprung im Meer bei ich meine 6,0 oder so. Aber in Tokyo hat man das nicht wirklich oder kaum gemerkt. Dort haben wir uns für ein bischen in ein Internetcafe gesetzt (Dort sind wir nun für ein Jahr Mitglied XD. Wir hätten also auch in Kyoto bei der Kette ins Inet gehen können, aber 2 Tage vor dem Heimflug hat sich das irgendwie auch nicht so besonders gelohnt.)
Nach ein paar Stunden ausruhen sind wir Abends zum Sukiyakiessen gegangen, das war wirklich fein. Wir hatten den Tisch für zwei Stunden und waren danach wirklich voll. Zum Abschluss gabs noch für jeden ein Bonbon und wir sind im ströhmendem Regen zurück ins Hotel. Schwimmhäute sind uns allerdings keine gewachsen, das war der einzigste Regentag, aber der hatte es in sich.
Tag 4:
folgt.